Goldwaschen in der Gegend um Rauris in Österreich

Für die Vorbereitungen zu diesem Aprilwochenende hatte ich mir viel Zeit genommen. Geplant war eine Tour in die Hohen Tauern zum Prospektieren. Diesmal war ich nicht alleine unterwegs. Ich wurde von einem meiner Goldwaschspezel begleitet. Wir wollten ursprünglich bei Heiligenblut starten und uns in Richtung Rauris bis an die Salzach runter durchwaschen.
Es war im Vorfeld klar, dass wir auf den Nationalpark "Hohe Tauern" Acht geben und uns weiträumig davon fernhalten müssen, da es dort strengstens verboten ist Gold zu waschen. Mein Kollege hatte sich diesbezüglich bei der Stadt Salzburg Kartenmaterial besorgt, um auf der sicheren Seite zu sein.
Kurz vor Beginn der Reise warfen wir unseren Plan um und starteten in Rauris, der bekannten und sagenumwobenen "Goldregion". Rauris ist bekannt für seine Goldvorkommen aus früherer Zeit. Ein Zeugnis davon ist die mittelalterliche Goldgräberstadt "Kolm Saigurn".



Am ersten Tag fuhren wir gegen 10 Uhr ins Rauriser Tal. Nach einiger Zeit fanden wir eine Stelle an der Ache, an der wir es versuchen wollten. Ausgerüstet mit einer kleinen Schaufel und Goldwaschpfannen stürzten wir uns voller Vorfreude in den Bach.
Wir fanden sehr viele Schwermineralien, somit waren wir schon auf der richtigen Spur des Tauerngoldes. Wir prospektierten auf rund 200 Meter die Ache auf und ab.
Nach etwas 4 Stunden zweifelte ich an meinen Fähigkeiten. Trotz wahnsinnig schönen Wetters in einer absolut traumhaften Gegend hatten wir kein Gold in der Pfanne. Kurz bevor wir aufgeben und weiterziehen wollten, versuchte ich nochmal mein Glück an einer Geraden in Ufernähe.
Ich konnte es kaum glauben... Da war es... Zwei winzig kleine Goldflitter des berühmten Tauerngoldes. Ich wusch noch eine Pfanne aus diesem Loch und es kam wieder ein Mikroflitter zum Vorschein.
Dies war zwar ein Lichtblick, aber ein zu vernachlässigender Erfolg. Wir setzten uns kurz und besprachen das weitere Vorgehen bei einem Bier. Während der Planungsphase stellten wir ein paar Theorien auf.
"Die Stelle ist zu gut erreichbar, die muss leer gewaschen sein."
"Vermutlich müssen wir tiefer. Aber wie tief?"
Letztendlich beschlossen wir, uns auf eine andere Gegend zu konzentrieren und Rauris vorerst zu verlassen.
So fuhren wir ins benachbarte "Gasteiner Tal". Dort hatten wir schon im Vorfeld auf der Karte eine vermutlich interessante Stelle ausgemacht. Dort angekommen standen wir auf einmal vor einer Kläranlage. Es roch nicht gerade appetitlich. Aber wie heißt es so schön unter Goldschürfern? "Gold ist immer da, wo man es findet. "
Ab ans Wasser und einen Prallhang angewaschen. Wieder nichts außer Schwermineralien. Es wurde dann auch in absehbarer Zeit dunkel und wir beschlossen, weitere Versuche auf den nächsten Tag zu verschieben. So fuhren wir in unsere Unterkunft und waren trotz des Misserfolgs recht zufrieden und voller Vorfreude auf die kommenden Erlebnisse.

Am Tag zwei musste Gold her, dies war uns klar.
Wir fuhren ein paar Stellen an der Salzach ab und wuschen etliche Pfannen, die in uns mehr und mehr das Goldfieber ausbrechen ließen. Dann fanden wir eine gut zu erreichende, aber etwas versteckte Stelle. Dort angekommen entdeckten wir eine Kiesbank und etliche Spuren von Vorgängern in Form von Löchern und Aushub bzw. Fragmente von Trichterbauten für die Goldwaschrinne.
Es löste in mir ein zwiespältiges Gefühl aus. Einerseits musste es hier fast Gold geben, wenn andere schon vor uns gegraben hatten, andererseits war der Anblick der zerbuddelten Kiesbank nicht schön und sprach nicht für das nachhaltige Verhalten von Goldsuchern. Irgendwie schade...

[Mir ist es extrem wichtig, den Platz bestmöglich so zu verlassen, wie ich ihn vorgefunden habe. Dann schütt ich halt mein Loch zu oder verteile den ausgesiebten Aushub. Das sollte doch kein Problem sein. Zurück zum Fundbericht...]

Mein Kollege suchte sich eine unberührte Stelle und fing das Waschen an, während ich die Situation auf mich wirken ließ.
Und wer hätte es gedacht, er hatte ein paar schöne Flitter in der Waschpfanne. Dann legte auch ich los und nahm eine Schaufel Material aus seinem Loch. Ja, Gold...
Während wir noch weitere Pfannen wuschen um die Höfigkeit der Stelle zu bestätigen, beschlossen wir, die Goldwaschrinnen zu setzen. Ab zum Auto und das große Equipment geholt. Wir warfen die Waschrinnen in den Bach und legten gleich voll los. Nach ca. 2 Stunden trieb mich der Hunger zum Auto und ich holte meinen praktischen Eimergrill und das im Vorfeld besorgte Grillgut. Den Grill entzündet und während des Wartens auf die Kohle noch ein paar Eimer in die Rinne geschmissen... Kurz bevor wir zum gemütlichen Teil über gingen, vollzogen wir den ersten Cleanout.
Zufrieden und hungrig legten wir die Koteletts auf den Grillrost.
Es lag der Geruch des wilden Westens in der Luft...
Stand ja auch auf der Packung. Geschmack: Western-Style...^^
Der Hunger trieb es auf jedem Fall rein und zumindest konnte es satt weitergehen.

Nach ca. jeweils einem qm³ Steine wuchten um an schürfbares Material zu kommen, war es auch schon Abend und das letzte Auswaschen der Rinne stand bevor.
Wir hatten beide ähnlich viel Gold gewaschen und irgendwie war ich nicht wirklich zufrieden. Denn ich hatte ihn früheren Tagen an der Salzach schon mit weniger Materialumsatz das 10- bis 20-fache an Gold gefunden.
Aber man kann nicht immer Glück haben und auch Misserfolge gehören zum Goldwaschen. Nachdem nur das Erlebnis zählt, war es trotz allem ein echt schöner Tag.

Am letzten Tag trieb es uns nochmal ins Tauerngebirge. Diesmal wollten wir aber nicht wegen des Goldes dorthin, sondern eine Runde im Nationalpark spazieren gehen und die Landschaft genießen.
Die Maut der Straße, die zum Nationalpark führt, ist unverschämt teuer. Im Endeffekt zahlt man diese nur, um ca. 1,5 km weiter oben auf einen Parkplatz zu kommen, der zu dieser Jahreszeit "freundlicherweise" gebührenfrei war. Ab dann ging es nur noch zu Fuß weiter. Wir liefen bis zur Kernzone, um festzustellen, dass da oben noch Winter und der Anblick sagenhaft war. Auf jeden Fall ist die Landschaft sehr sehenswert.
Nach einer gewissen Zeit drehten wir um und stiegen wieder ins Auto auf den Weg in Richtung Tal. Kurz bevor wir den Nationalpark verließen, entdeckten wir noch den... ich meine wirklich "DEN offiziellen Rauriser Goldwaschplatz". Das mussten wir uns unbedingt noch schnell anschauen, wo wir schon mal da waren.
Der "Goldwaschplatz" war geschlossen und wurde erst zum 1. Mai wieder geöffnet.
Er ist für Familen recht nett angelegt und bestimmt für Kinder sehr spannend. Dort zu waschen kostet auch wieder eine Gebühr, aber ich weiß nicht mehr wie viel. Bestimmt nicht günstig...

Nun beschlossen wir noch eine alte Stelle von mir an der Salzach anzufahren, bevor es Richtung Heimat ging. Auf dem Weg dorthin hat die Rauriser Region bzgl. Goldwaschen auf mich einen faden Beigeschmack von Touristenfang hinterlassen. Ich wage zu behaupten, dass es mehr Schein als Sein ist und man vom alten Ruf profitieren möchte. Aber OK...
An der Stelle angekommen haben wir ein paar Pfannen gewaschen und hatten, wie zu erwarten, bis zu 20 Flitter pro Pfanne.

Am Wochenende drauf säuberte und sortierte ich meine Ausrüstung, die ich dabei hatte. Ich klopfte die Rinne aus und wusch die Steinchen und Sandreste aus. Was ich sah, konnte ich fast nicht glauben. Da versteckte sich doch glatt der größte Flitter des Wochenendes die ganze Zeit in der Rinne. Ein wunderschönes Stück mit knapp 2 Millimetern.

Leider habe ich das Bild vom Gold von dieser Tour auf dem Computer verlegt. Sobald ich es wieder finde, wird es nachgereicht.


Grüße,
Dominic

21.10.2018
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